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Erinnerung an den 17. Juni 1953

Im Jahr 2018 jährte sich zum 65. Mal der 17. Juni 1953, der Tag Volksaufstandes in der DDR. Anlaß für die Fraktion der AfD in der Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf von Berlin, eine Feierstunde zum Gedenken an die Helden des Volksaufstandes abzuhalten!
Ort der Veranstaltung war das Bauarbeiterdenkmal in der Marzahner Marchwitzastraße, der „Richtkranz“. Gern hätten wir einen anderen würdigen Ort in unserem Berliner Bezirk, der dem Anliegen des Gedenken an die Verbrechen des Kommunismus gerecht wird.
Leider hat unser Bezirk keinen solchen Ort.

Der „Richtkranz“ an der Allee der Kosmonauten/ Ecke Marchwitzastraße wurde zu Ehren der Marzahn errichtenden Bauarbeiter im Jahre 1979 eingeweiht.

Bauarbeiter, das ist unser Stichwort! Es waren Bauarbeiter, die am Morgen des 17. Juni gegen die menschenverachtende Politik der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) mutig aufbegehrten. So wählten wir diesen symbolträchtigen Ort für unsere Feierstunde. Denn die Helden waren Bauarbeiter!


Zur Erläuterung für die jungen Menschen, denen in den Schulen dieses Kapitel deutscher Geschichte nicht ausreichend nahegebracht wird:
Am 17. August kam es im kommunistischen Machtbereich Deutschlands wegen unerhört steigender  Ausbeutung zu Massenkundgebungen. Auslöser waren jüngste Erhöhungen der Arbeitsnormen.
Zuerst in Berlin auf den „Baustellen des Sozialismus“ der damaligen „Stalinallee“, im Laufe des Tages in ganz Ostberlin, später in der ganzen Stadt, also auch im damaligen Westberlin, kam es zu Arbeitsniederlegungen und Versammlungen.

Anfangs noch wurde nur die Zurücknahme der Arbeitsnormen gefordert, später auch der Rücktritt der „Pankower“ Regierung. Noch später wurden Rufe laut „Deutschland, einig Vaterland!“ (Die Spaltung des deutschen Vaterlandes lag kaum drei Jahre zurück).

Wie ein Lauffeuer breiteten sich im Laufe des Tages die Arbeitsniederlegungen und spontanen Kundgebungen aus. Sie griffen auf die ganze „Zone“ (DDR) über.
„Zone“ ist die verächtliche Bezeichnung für die sowjetisch besetzten Zone Deutschlands, für den sogenannten „Arbeiter- und Bauernstaat“, die verhaßte DDR.
Am späten Nachmittag kam es auch in den Westzonen zu Kundgebungen gegen die Besetzung Deutschlands durch die alliierten Truppen. Nun schritt in Ost-Berlin die sowjetische Besatzerarmee ein. Sie beendete die Proteste der Ost-Berliner mit nackter Gewalt. Angesichts der kurz nach Kriegsende noch nur zu gut bekannten sowjetischen Brutalität erlosch der Widerstand schnell.

Die „Sicherheitsorgane“ der DDR waren von dem Volksaufstand völlig überrascht. Im Laufe des Tages des 17. Juni hatten sie sich zurückgezogen. Volkspolizisten, vielleicht nichtsahnend auf dem morgendlichen Weg zum Dienst, bezahlten das verfehlte SED-Gesellschaftsexperiment des „Kommunismus auf deutschem Boden“, weil sie als Büttel des Regimes mißbraucht wurden.

Nachdem die Soldaten der sowjetischen Besatzungsarmee die Ruhe auf den Straßen mit Waffengewalt, also mit Panzern und Gewehren, durchgesetzt hatten, kamen die „Sicherheitsorgane“ der roten Machthaber aus ihren Löchern und Verstecken. Sie übten nun Rache an den „Rädelsführern“ der Aufstände.

Das ist die Geschichte des 17. Juni 1953!


In dem freiheitlichen Teil Deutschlands, der Bundesrepublik, wurden diese Ereignisse als das gewertet, was sie waren: der erste Volksaufstand im sojwetischen Machtbereich!
1956 folgte der Aufstand in Ungarn, 1968 in der CSSR, 1982 in Polen. Bis das kommunistische Machtsystem endlich so zerrüttet war, daß es in allen Ländern des sozialistischen Lagers, des „Ostblocks“, wie ein Kartenhaus zusammenbrach.

Die Bundesrepublik erklärte den 17. Juni zum „Tag des Volksaufstandes in der DDR“, der bis 1990 als Feiertag der deutschen Einheit begangen wurde.

Am 17. Juni 2018 also trafen sich auf Einladung der AfD-Fraktion der BVV etliche Bürger unseres Bezirks zu der Feierstunde. Der Bezirksverordnete Werner Wiemann hielt eine aufrüttelnde Rede. Sehen Sie sich diese Rede im Film an!