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GRÜNE, SPD und LINKE wollen eine geschützte Grünanlage vernichten!

von Werner Wiemann

Eine „menschenfeindliche“ Promenade?

Wer immer noch der Ansicht war, dass für diese Parteien Klimaschutz und Naturschutz Vorrang haben, wird durch diesen Antrag (Ds. 2393/VIII) eines Besseren belehrt. Er wurde schon im Hauptausschuss mit der rotrotgrünen Mehrheit durchgewunken. Die Biesdorfer Promenade, eine Geschützte Grünanlage, soll gemäß diesem Antrag zum Fahrradschnellweg umgebaut werden. Da für die Fußgänger auch noch Platz bleiben muss, sollen also für den Radweg weitere 4 m des schmalen Geländes versiegelt werden. Dann bleiben nur noch Randstreifen als Straßenbegleitgrün von der einstigen geschützten Anlage übrig.

Dass die rotrotgrünen Kommunalpolitiker diese Naturvernichtung fordern, erweist ihre sonstigen Reden von der Wichtigkeit des Natur- und Klimaschutzes als pure Heuchelei. Wenn es um einen vermeintlichen Vorteil für ihre Klientel der Fahrradfahrer geht, muss munter Fläche versiegelt und so der Erderwärmung Vorschub geleistet werden. Die sie doch sonst mit Anträgen zur Anerkennung des „Klimanotstands“ (Ds. 2402/VIII; 2337/VIII) und ähnlichen Verlautbarungen als Katastrophe heraufbeschwören. Diese Katastrophe ist ihnen schnurzegal, wenn es um einen Vorteil für die eigene Bedarfsträgergruppe geht.

In dem Antrag, mit dem die Biesdorfer Promenade als „Geschützte Grünanlage“ vernichtet werden soll, treiben die rotrotgrünen Kommunalpolitiker die Bevorteilung der Radfahrer aber noch weiter. Sie fordern eine Vorfahrtsregelung für die Radfahrer auf dem geplanten Schnellweg. Mitten in einer Tempo-30-Zone. Damit auf diesem Radweg schnell gefahren werden kann, ohne – wie alle anderen Verkehrsteilnehmer den sonstigen Verkehr zu beachten! Zu dem übrigens auch viele Radfahrer gehören.

Die Erfinder dieser famosen Idee, Familie Lehmann und der Grüne Pascal Grothe, wollen die Biesdorfer Promenade in einen künftigen Radweg vom Helene-Weigel-Platz bis zum S-Bahnhof Mahlsdorf integrieren. Warum auf der Strecke durch Biesdorf-Nord zu ihren Gunsten ein funktionierendes Miteinander aller Verkehrsteilnehmer durch eine Anhäufung von Gefahrensituationen ersetzt werden soll, das erklären sie nicht. Die geringe Übersichtlichkeit dieser Kreuzungen bedingt nämlich solche Gefahrensituationen. Bspw. mit schnellfahrenden Elektrorädern. Von den vielen anderen Radfahrern ohne Beleuchtung ganz zu schweigen.

Wenn Sie, verehrte Leser, diese meine Bedenken teilen, sollten Sie Ihren Unmut über dieses Vorhaben auch den BVV-Fraktionen mitteilen. Und Sie sollten auch Ihr persönliches Umfeld darüber informieren. Am wichtigsten aber ist, bei der Wahl am 26. September nicht versehentlich – oder aus schlechter alter Gewohnheit – ein Kreuz bei denjenigen Parteien zu machen, die für dieses absurde Vorhaben verantwortlich sind.

(Werner Wiemann ist auch stellvertretender Vorsitzender im Ausschuss für Umwelt, Natur, Verkehr und Lokale Agenda der BVV.)